Kunst aus drei Jahrtausenden
Das Suermondt-Ludwig-Museum ist das große Kunstmuseum Aachens – und eines der bedeutendsten kommunalen Museen Deutschlands. In einem prachtvollen Stadtpalais aus dem 19. Jahrhundert versammelt es rund 1.500 Gemälde, 700 Skulpturen, 10.000 grafische Blätter und eine umfangreiche kunstgewerbliche Sammlung. Von mittelalterlicher Skulptur über niederländische Malerei des Goldenen Zeitalters bis hin zur Klassischen Moderne – hier spannt sich ein Bogen über drei Jahrtausende Kunstgeschichte.
Geschichte des Museums
Die Geschichte des Suermondt-Ludwig-Museums beginnt 1877 mit der Gründung eines Aachener Museumsvereins, dem engagierte Bürger ihre Kunstwerke stifteten. Den entscheidenden Impuls gab 1882 der Aachener Unternehmer, Bankier und Kunstmäzen Barthold Suermondt, der dem Verein über 100 Gemälde aus seiner Privatsammlung schenkte. Ein Jahr später öffnete das Suermondt-Museum in der Komphausbadstraße – Aachens erstes städtisches Kunstmuseum.
1901 zog das Museum in sein heutiges Domizil: die Villa Cassalette in der Wilhelmstraße, ein elegantes Stadtpalais im Stil der Neorenaissance, erbaut 1884 bis 1888 für den Kratzenfabrikanten Eduard Cassalette. Die prachtvollen Wohn- und Empfangsräume des Hauses bildeten von Beginn an einen würdigen Rahmen für die wachsende Sammlung.
Im Zweiten Weltkrieg wurden die Bestände zur Sicherheit ausgelagert – unter anderem auf die Albrechtsburg in Meißen. Ein Teil der Werke gelangte nach dem Krieg als Beutekunst in die Ukraine; noch heute befinden sich nach bekannten Angaben Gemälde des Museums in der ukrainischen Stadt Simferopol.
Eine zweite große Schenkungswelle brachte das Aachener Sammlerpaar Peter und Irene Ludwig, die dem Museum mehr als 300 Werke schenkten oder als Leihgaben überließen – und dem Museum so seinen heutigen Doppelnamen gaben.
Die Sammlung
Das Herzstück des Museums ist eine der bedeutendsten mittelalterlichen Skulpturensammlungen Deutschlands, die den Zeitraum vom 12. bis 16. Jahrhundert umfasst. Flankiert wird sie von Tafelmalerei aus dem deutschen und niederländischen Raum des 15. und 16. Jahrhunderts – mit Werken von Aelbrecht Bouts, Joos van Cleve und Lucas Cranach dem Älteren. Vier Säle mit niederländischer Malerei des 17. Jahrhunderts zeigen Meisterwerke aus dem Goldenen Zeitalter, darunter Werke aus dem Umfeld von Rembrandt, Jacob Jordaens und Anthony van Dyck.
Die Sammlung umfasst darüber hinaus Werke der Düsseldorfer Malerschule, der Klassischen Moderne und des Expressionismus, ein bedeutendes Kupferstichkabinett, reiche Bestände an Glasmalerei und Kunsthandwerk sowie eine der größten Kunstbibliotheken in Nordrhein-Westfalen mit rund 55.000 Bänden.
Das Couven Museum – heute ein eigenständiges Haus – wurde 1929 vom damaligen Museumsdirektor als Ableger des Suermondt-Museums ins Leben gerufen.

Das Gebäude
Das Haus Cassalette ist selbst eine Sehenswürdigkeit. Der Aachener Architekt Eduard Linse entwarf das Stadtpalais nach venezianischen Vorbildern im Stil der Neorenaissance – mit repräsentativen Empfangsräumen, einem prachtvollen Treppenhaus und Oberlichtsälen, die dem Gemälden ein besonderes Licht schenken. Der moderne Museumsanbau fügt sich sensibel in das historische Ensemble ein und schafft zusätzliche Ausstellungsfläche für Wechselausstellungen.
Besucherinformationen
Das Suermondt-Ludwig-Museum befindet sich in der Wilhelmstraße 18, wenige Gehminuten vom Aachener Dom entfernt. Es ist Dienstag bis Sonntag geöffnet, montags geschlossen. Aktuelle Öffnungszeiten, Eintrittspreise und das Ausstellungsprogramm finden Sie auf suermondt-ludwig-museum.de






