Figur aus der Aachener Sagenwelt
Der Bahkauv ist die bekannteste Sagengestalt Aachens – ein Mischwesen aus der Unterwelt der Stadt, das seit Jahrhunderten im kollektiven Gedächtnis der Aachener lebt. Der Legende nach soll der Bahkauv einem großen Kalb mit scharfen Zähnen und schuppigem Fell ähneln und im Abwasserkanal der Thermalquellen am Büchel – dem sogenannten Kolbert – hausen. Wer nachts allein durch die dunklen Gassen der Altstadt schlich, musste auf der Hut sein.
Die Legende
Der Name „Bahkauv“ leitet sich vermutlich vom mittelhochdeutschen „Bachkalb“ ab – ein Wesen, das in der Nähe von Bächen und Wasserläufen zu Hause ist. In manchen Überlieferungen wird der Bahkauv als eine Art nächtlicher Schrecken beschrieben, der angetrunkene Aachener auf dem Heimweg erschreckte oder sich auf ihren Rücken setzte und nicht mehr losließ – bis der Unglückliche seinen Bestimmungsort erreicht hatte.
Die Verbindung zur Thermalquelle am Büchel ist dabei kein Zufall: Die heißen, schwefelreichen Quellen Aachens galten im Volksglauben als unheimlich und wurden mit der Unterwelt in Verbindung gebracht. Der Bahkauv war so etwas wie die Personifizierung dieser unheimlichen Kraft unter der Stadt.

Die Skulptur am Büchel
Wer die Sagengestalt heute in echt sehen möchte, muss nicht lange suchen: Am Büchel, genau dort wo die Legende den Bahkauv verortet, erinnert eine markante Skulptur an das Fabelwesen. Sie ist längst ein fester Teil des Aachener Stadtbilds – und ein beliebtes Fotomotiv für alle, die Aachens skurrilere Seiten kennenlernen wollen.
Bahkauv im Karneval und in der Gastronomie
Der Bahkauv hat es vom Nachtschreck zur Kultfigur gebracht. Im Aachener Karneval zieht er als verkleidete Figur durch die Straßen, und in der Aachener Gastronomie trägt ein dunkles Starkbier seinen Namen – der „Bahkauv“, ein kräftiges Bier für mutige Gaumen. Wer Aachen wirklich kennenlernen will, kommt an dieser Figur nicht vorbei.










