Der größte Kirchenschatz nördlich der Alpen
Die Domschatzkammer des Aachener Doms beherbergt eine der bedeutendsten Sammlungen kirchlicher Kunst und Goldschmiedekunst in Europa – und ist damit eine Sehenswürdigkeit, die man als Besucher der Kaiserstadt auf keinen Fall auslassen sollte. Hier, in diesem Schatz aus Gold, Silber, Elfenbein und Edelsteinen, wird greifbar, welchen Stellenwert Glaube, Macht und Kunsthandwerk im Mittelalter hatten.
Die Sammlung umfasst Reliquiare, kostbare Bucheinbände, Chormantelschließen, Sarkophage aus römischer Zeit sowie faszinierende Alltagsgegenstände wie das sogenannte Jagdmesser Karls des Großen – ein echter Zeitzeuge, der die Geschichte unmittelbar erfahrbar macht. Die Schatzkammer ist dabei keineswegs nur für Gläubige interessant: Aus kunst- und kulturhistorischer Sicht gibt es absolut einmalige Arbeiten zu bestaunen, die so detailliert ausgeführt sind, dass selbst ein wiederholter Besuch neue Entdeckungen bereithält.
Die bedeutendsten Stücke
Zu den Hauptwerken der Schatzkammer zählen:
Der Karlsschrein – Ein monumentaler Reliquienschrein aus vergoldetem Silber, entstanden zwischen 1182 und 1215, der die Gebeine Karls des Großen birgt. Mit einer Länge von über zwei Metern und einem reichen Figurenprogramm gilt er als Meisterwerk der romanischen Goldschmiedekunst.
Die Karlsbüste – Eine lebensgroße Büste Karls des Großen aus dem 14. Jahrhundert, gefertigt aus Gold, Silber und Edelsteinen. Sie diente als Reliquiar für den Schädelknochen des Kaisers und ist eines der bekanntesten Werke mittelalterlicher Goldschmiedekunst überhaupt.
Das Lotharkreuz – Ein prächtiges Vortragekreuz aus dem späten 10. Jahrhundert, verziert mit Gold, Filigranarbeit und einem antiken Kameo mit dem Porträt des Augustus. Es gilt als eines der bedeutendsten Kunstwerke der Ottonischen Epoche.
Die Marienschrein – Ein weiterer großer Reliquienschrein aus dem frühen 13. Jahrhundert, der die vier großen Aachener Heiligtümer enthält und alle sieben Jahre bei der Heiligtumsfahrt gezeigt wird.
Ein besonderer Hinweis: Die Schreinschlösser
Oft übersehen, aber ein echter Geheimtipp: Im Obergeschoss der Schatzkammer befindet sich eine kleine Sammlung aufgebrochener Schreinschlösser aus verschiedenen Jahrhunderten. An ihnen lässt sich nicht nur die Goldschmiede-Mode der jeweiligen Zeit ablesen – man erkennt auch, wann es finanziell einmal nicht so gut um die Diözese bestellt war. Ein stiller, aber faszinierender Zeitzeuge am Rand der großen Geschichte.
Besucherinformationen
Die Domschatzkammer befindet sich direkt neben dem Aachener Dom, Eingang über den Domhof. Sie ist in der Regel täglich geöffnet, aktuelle Öffnungszeiten und Eintrittspreise finden Sie auf der offiziellen Website des Aachener Doms. Ein Besuch lässt sich ideal mit dem Dom selbst und dem benachbarten Centre Charlemagne kombinieren.







