Eine Reise durch die Zeit
Die Geschichte der Stadt Aachen reicht mehr als 2.000 Jahre zurück. Als eine der ältesten Städte Deutschlands hat Aachen eine reiche kulturelle und historische Bedeutung, die weit über die Stadtgrenzen hinausstrahlt – bis in die Anfänge des vereinten Europas.

Die Römer gründeten Aachen als Heilbad und nannten es „Aquae Granni“ – „Wasser des Grannus“, benannt nach dem keltischen Heilgott. Die heißen Thermalquellen lockten Soldaten und Reisende aus dem ganzen Reich. Nach dem Rückzug der Römer im 4. Jahrhundert nutzten die Franken die Badeanlage weiter.
Aachen als Mittelpunkt Europas
Ihre größte historische Bedeutung erlangte die Stadt unter Karl dem Großen, der Aachen im 8. Jahrhundert zu seiner bevorzugten Residenz machte. Von hier aus regierte er ein Reich, das sich über weite Teile des europäischen Kontinents erstreckte. Er ließ den Aachener Dom erbauen, förderte Wissenschaft und Bildung und prägte das Bild Europas nachhaltig. Nach seinem Tod 814 wurde er im Dom beigesetzt. Zwischen 936 und 1531 wurden im Aachener Dom 30 deutsche Könige gekrönt – kein anderer Ort in Deutschland hat diese Tradition.

Ab dem 17. Jahrhundert entwickelte sich Aachen zu einer bedeutenden Kur- und Badestadt, deren heiße Quellen europaweit begehrt waren. Auch Napoleon Bonaparte schätzte Aachen und nutzte den Aufenthalt, um sich bewusst in die Tradition der karolingischen Herrscher zu stellen und seine eigene Herrschaft zu legitimieren.
Aachen im 20. Jahrhundert und heute
Im Zweiten Weltkrieg wurde Aachen schwer bombardiert und als erste deutsche Großstadt von den alliierten Truppen eingenommen. Viele historische Gebäude wurden zerstört, aber in den Nachkriegsjahrzehnten aufwendig wiederaufgebaut. Heute ist Aachen ein wichtiger Standort für Wissenschaft und Technologie, mit der RWTH Aachen als einer der renommiertesten technischen Universitäten Europas.

Die kulturelle Szene der Stadt ist lebendig und vielfältig: Das CHIO Aachen zählt zu den bedeutendsten Reitsportereignissen der Welt, der Aachener Weihnachtsmarkt zieht jedes Jahr hunderttausende Besucher an, und der Internationale Karlspreis würdigt seit 1950 jährlich Verdienste um die europäische Einigung.




















